Das Schloss ist von Ostern bis Oktober jeweils sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Vogtländische Wortspielereien – Werke von Dirk Söllner

Mit Gespür und Sinn fürs Einzigartige – Der Limbacher Dirk Söllner stellt im Netzschkauer Schloss aus. Dort zog der Künstler jetzt symbolisch seinen Hut …

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„Vogtländische Wortspielereien und Handskizzen“ heißt eine jetzt eröffnete neue Sonderausstellung im Schloss Netzschkau. Bei der Eröffnung gab der freischaffende Limbacher Künstler Dirk Söllner Einblicke in sein Werk und seine Lebensphilosophie. Dazu war er extra mit Hut erschienen. „Ich möchte den Hut ziehen vor der Denkmallandschaft, in der wir leben. Ein Denkmal spielt auch in unserem Leben eine große Rolle“, sagte er. Auch das Netzschkauer Schloss habe für den Limbacher eine große Bedeutung. Dort hatte er sich schon als Kind im Konzert versucht.

Für seine Ausstellung im Schloss indes musste Dirk Söllner gar nicht erst aktiv werden. Da er viel im angewandten Bereich arbeitet, entstand die Idee mit den Skizzen und Zeichnungen, die Architektur-Entwürfe visualisieren. Das wiederum passt perfekt zum Denkmalgedanken, mit dem er sich auseinandersetzt, seit er selbst ein Denkmal für seine kleine Familie umbaut und darin lebt. „Ich war in der ganzen Welt unterwegs, auch viel im arabischen Raum, wo jetzt Krieg herrscht. Wenn ich nach Hause gekommen bin, habe ich gespürt, wo meine Wurzeln sind“, erklärte er. Viele Freunde kämen gern in das alte Haus, weil sie sich darin wohlfühlen. Dabei verschließe er sich trotz denkmalgerechter Sanierung nicht der Moderne. „Ich kombiniere gern, man muss eben ein Gespür und Gefühl für den passenden Stil haben.“

Aus der Zeit der Arbeit für ein Sauna-Bauunternehmen stammen Entwürfe für Wellness-Bereiche im öffentlichen oder privaten Raum. Andere Zeichnungen zeigen Entwürfe für moderne Ladengeschäfte mit traditionellen Komponenten oder die Verwendung eines typischen Accessoires wie eines Kuchenbrettes für die Gestaltung eines Verkaufsstandes für eine Bäckerei. Viele kennen sicher die Fressmeile in den Plauener Kolonnaden, die Söllners Handschrift trägt.

Für viel Spaß sorgten die Erklärungen für den vogtländischen Wortspielereien, die der Anfang für einen Kalender sind. Dabei machte sich der Künstler Gedanken über den Namen Kuhberg, zeigt, was er unter „mir mach’n itze los“ und unter dem Ort „Siehdichfür“ versteht oder will „in ganzen Wald zamseeng“. Bei den verschiedenen Schwammetypen griff er eine Zeichung auf, die Menschen zeigt, wie sie an einem großen Pilz vorbeilaufen. „Sei allezam vorbeigelatscht un ham ne net gesäh“ steht darunter. Söllners „modernisierte“ Gestalten sehen das Ungetüm nicht, weil sie mit dem Handy und sich selbst beschäftigt sind. Eines der Bilder heißt „Tomaten aus Pfaffengrün in einer Schale aus der Provence“. Es steht für die Lebensart Söllners, der viel Wert auf Regionalität und vernünftigen Umgang mit Ressourcen legt.

Die Ausstellung ist bis 31. Oktober zu besichtigen – samstags, sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.